AI-Slop und warum Vertrauen im Content Marketing wieder zur harten Währung wird
- Patrick Kocher
- 4. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Jan.

Warum KI-Slop das Netz flutet und weshalb Marken jetzt auf echten Content setzen müssen
Wir erleben gerade eine Content-Schwemme. Vieles wirkt auf den ersten Blick plausibel, ist aber automatisch erzeugt. Genau das macht Vertrauen zur knappsten Ressource und hochwertigen Marken-Content zum Wettbewerbsvorteil.
Was wir mit Slope meinen
Mit dem Begriff „Slope” beschreiben wir das Phänomen, das international oft als „AI Slop” bezeichnet wird. Damit sind massenhaft produzierte Inhalte gemeint, die vor allem Reichweite oder Suchtraffic generieren sollen, dabei aber nur wenig eigenständigen Nutzen bieten. Diese Inhalte können textlich, bildlich, auditiv oder videoformatig sein. Sie sind heute so günstig zu erstellen, dass Quantität zur Standardstrategie wird. Plattformen reagieren bereits, da sich wiederholende und unauthentische Inhalte häufen und die Qualität der Feeds leidet.
Wie Slop zustande kommt
Es wirken drei Treiber zusammen. Erstens sinken die Produktionskosten durch generative Tools drastisch. Zweitens belohnen Algorithmen häufig Formate, die schnell Klicks generieren, selbst wenn der inhaltliche Wert gering ist. Drittens gibt es wirtschaftliche Anreize wie Monetarisierung oder Affiliate-Modelle, die Masse attraktiver machen als Sorgfalt. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Debatte um „AI Slop” auf YouTube. Laut einer Auswertung, über die Medien berichtet haben, war ein signifikanter Anteil der Videos, die neuen Nutzern angezeigt wurden, als „AI Slop” klassifiziert.
Warum es schwer ist, Wahrheit von KI zu unterscheiden
Die Qualität der Generierung ist heute oft hoch genug, um auf den ersten Blick glaubwürdig zu wirken. Gleichzeitig fehlen dem Publikum häufig klare Signale, die anzeigen, ob etwas recherchiert, erlebt oder lediglich plausibel zusammengesetzt wurde. Regulatorik und Plattformen bewegen sich jedoch in Richtung mehr Transparenz, etwa durch Kennzeichnungspflichten für synthetische Inhalte im EU AI Act.
Schlechtes wird multipliziert und genau das ist das Risiko.
KI vervielfacht nicht nur gutes Marketing. Sie vervielfacht vor allem auch Mittelmässigkeit, Copy & Paste und inhaltliche Leere. Suchmaschinen adressieren dieses Muster zunehmend mit Regeln gegen „scaled content abuse”, also gegen grosse Mengen unorigineller Inhalte, die Rankings manipulieren sollen.
Warum hochwertiger Marken Content jetzt gewinnt
Je höher die Austauschbarkeit ist, desto wertvoller wird Authentizität. Marken, die eine klare Positionierung, eine echte Perspektive und nachweisbare Kompetenz bieten, bleiben besser im Gedächtnis haften und geniessen mehr Vertrauen. Unsere Sicht als Marketingexperten deckt sich damit. KI wird uns als Instrument begleiten und für mehr Effizienz sorgen. Gleichzeitig wird der Mensch als Marketingexperte weiterhin benötigt. Seine Rolle verschiebt sich hin zu Strategie, Rahmenbedingungen, Markenauthentizität und konsequenter Qualitätssicherung. Genau dort entsteht Differenzierung, nicht in der nächsten generierten Textfläche.
Fazit
Slope ist kein Techniktrend, sondern ein Qualitätsproblem im Content-Marketing. Wer jetzt in originelle Markeninhalte investiert, die klar positioniert, belegt und menschlich verantwortet sind, reduziert die Verwechslungsgefahr und baut Vertrauen auf. Dabei nutzen wir KI als Werkzeug die Markenführung bleibt jedoch Handwerk.
Interessanter Beitrag zum Thema ai-slop: https://www.weforum.org/videos/ai-slop/




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